Mit unserem neuen Logo möchten wir sichtbar machen, wofür RECASAS im Innersten steht.
Der Amberbaum gehört zu den ersten Bäumen, die im Herbst ihre Farbe verändern. Während andere noch grün bleiben, beginnt er bereits zu leuchten – rot, orange, violett. Nicht leise, nicht unauffällig. Sondern sichtbar.
Er wartet nicht, bis alle bereit sind.
Bei RECASAS leisten wir Pionierarbeit im Peer-Support. In gemeinschaftlichen, kreativen Lern- und Entwicklungsräumen ermöglichen wir es Menschen, ihre eigene Geschichte neu zu erzählen – bewusst außerhalb des medizinischen Modells, ohne Diagnosen und Krankheitsbegriffe.
Damit verstehen wir uns als Teil eines Kulturwandels hin zu mehr Menschlichkeit und Selbstbestimmung.
Der Amberbaum trägt seinen Namen wegen des Harzes, das er bildet. Harz entsteht nicht aus Schmucklust, sondern aus Schutz. Es tritt dort aus, wo der Baum verletzt ist oder unter Druck gerät. Es verschließt Wunden, verhindert weiteres Austrocknen, wehrt Insekten ab und wirkt antibakteriell.
Harz ist keine Zierde, sondern eine aktive Reaktion: eine Form von Abgrenzung, Stabilisierung und Selbstschutz. Was später als schön und kostbar wahrgenommen wird, beginnt als eine notwendige Handlung der Fürsorge.
Bäume stehen generell für eine besondere Form von Beziehung zur Welt. Sie sind verwurzelt im Boden, aus dem sie Kraft ziehen, und zugleich offen nach oben – dem Licht, der Luft, dem Wandel. Sie wachsen nicht isoliert, sondern in Abhängigkeit von ihrem Umfeld: von Orten, von Bedingungen, von Gemeinschaften.
Auch RECASAS versteht sich so: lokal verankert, aufmerksam für Zusammenhänge und offen für Entwicklung.
Die sternförmigen Blätter des Amberbaums greifen diese Haltung auf. Jedes Blatt ist anders, jedes folgt seiner eigenen Form – und doch gehören alle zu demselben Baum. Für uns ist das ein Bild für Gemeinschaft: für Individualität ohne Vereinheitlichung, für Zugehörigkeit ohne Reduktion.
Im Herbst verfärbt sich der Amberbaum früher und oft intensiver als viele andere Bäume. Auch nachdem seine Blätter gefallen sind, bleiben ihre Farben häufig noch eine Weile sichtbar. Der Wandel endet nicht abrupt – der Übergang bleibt wahrnehmbar.
Darin liegt eine leise Wahrheit: Veränderung bedeutet nicht, alles hinter sich zu lassen. Sie bedeutet, sichtbar zu werden, auch im Übergang. Farbe zu zeigen, selbst dann, wenn andere noch zögern.
Der Amberbaum erinnert uns daran, dass Wachstum Zeit braucht. Dass Schutz und Entwicklung zusammengehören. Und dass es Mut braucht, als eine der Ersten den Wandel zu leben.
Deshalb begleitet uns der Amberbaum nun als Symbol.
